Österreich zählt zu den Ländern mit den ambitioniertesten Klima- und Energiezielen weltweit, wie der am Montag veröffentlichte Länderbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) festhält. Für das Ziel, bis 2030 den gesamten Strombedarf mit Erneuerbaren zu decken, sieht die IEA gute Voraussetzungen – und verbindet das mit eine Warnung: Zwischen den Zielen und dem Tempo der Umsetzung werde die „Kluft“ größer.
Einerseits verweist der Bericht auf den Umstand, dass Österreich mit 90 Prozent den höchsten Anteil an Erneuerbaren am Stromverbrauch in der EU hat. Der Plan, den Anteil bis 2030 bilanziell auf hundert Prozent zu erhöhen, sei „ehrgeizig“, heißt es von der Energieagentur, Österreich komme damit dem EU-Ziel der Klimaneutralität 2040 um zehn Jahre zuvor.
Andererseits stocke der Ausbau der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Windkraft sieht die IEA großen Handlungsbedarf. Während bei der Photovoltaik in den Jahren 2021-2024 ein Boom verzeichnet werden konnte, hinke die Windkraft wegen langwieriger Genehmigungsverfahren hinterher, heißt es in dem Bericht. Auch komplizierte Raumplanung und mangelnde Bund-Länder-Koordination werden kritisch angemerkt.