Die neue Regierung muss in Sachen Klimawende endlich liefern. Ein Gastkommentar von Vera Immitzer.
“Mögest Du in interessanten Zeiten leben“ – so lautet ein bekanntes chinesisches Sprichwort, mit dem man jemandem nicht unbedingt Glück wünscht. Österreich durchlebt aktuell wahrlich „interessante“ Zeiten: Die Wirtschaft steuert auf ihr drittes Rezessionsjahr zu, die Arbeitslosigkeit steigt unaufhaltsam, das Budgetdefizit wächst mit jeder neuen Prognose. Die heimische Industrie kämpft mit globalen Turbulenzen, sinkender Produktivität und belastenden Energiekosten. In solchen Zeiten braucht es einfache Konzepte und vor allem entschlossenes Handeln. Doch die politische Führung scheint mehr zu zaudern als zu gestalten. Statt die Probleme nur zu verwalten, braucht die österreichische Wirtschaft einen klaren Kurs – und eine tragfähige Perspektive.
Dabei könnte die Energiewende zum Lebenselixier des Wirtschaftsstandorts werden. Sie ist kein Zaubertrank, der im Handumdrehen alle Probleme löst – aber eine solide Grundlage für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Laut einer Deloitte-Studie, die zu Jahresbeginn veröffentlicht wurde, genießt die Photovoltaik unter den erneuerbaren Technologien die mit Abstand höchste Akzeptanz: Über 80 Prozent der Österreicher befürworten ihren Ausbau.