Günstige Energie durch erneuerbare Energie
Wir begrüßen die Begutachtung des ElWGs und sehen darin einen wichtigen Schritt in Richtung einer längst überfälligen finalen Veröffentlichung. Die letzten Schritte sollten daher nun rasch folgen.
Insbesondere zwei kritische Festlegungen wurden im Entwurf getroffen, die den weiteren Ausbau von Photovoltaik und Stromspeichern erheblich beeinflussen:
- eine Kappung von Einspeisespitzen bei neuen PV-Anlagen auf 60 % der Modulspitzenleistung
- Netzentgelte für PV-Anlagen und Stromspeicher wenn Strom eingepseist wird
Finden Sie nachfolgend unsere Änderungsvorschläge zu diesen kritischen Festlegungen und Verbesserungsvorschläge für die Themenbereiche Flexibler Netzzugang, Ansteuerbarkeit und Recht auf Einspeisung.
Unsere Forderungen zum ElWG
Wir begrüßen den neuen Entwurf des ElWG, fordern jedoch entscheidende Optimierungen in folgenden Punkten:
SPITZENKAPPUNG
- 70 % statt auf 60 %
- Modulspitzenleistung (kWp), nicht Wechselrichterleistung
- Ausnahme bei Flexiblen Netzzugängen, Hybridanlagen und Bestandsanlagen
NETZENTGELTE & SYSTEMDIENLICHKEIT
- Keine Netznutzungsentgelten für Einspeiser
- Doppelbelastung von Speichern aufheben
- Marktdienliches Verhalten als systemdienlich anerkennen
NETZPLANUNG UND EINSPEISERECHT
-
Gebündelte Netzplanung der 110-kV-Ebene
durch die APG -
Einspeiserecht: 100 % der Bezugsleistung
für Anlagen < 20 kW -
Einspeiserecht: 70 % der Bezugsleistung
für Anlagen > 20 kW
ANSTEUERBARKEIT
- Vorgabe der netzwirksamen Leistung am Netzanschlusspunkt ermöglichen
- Recht auf freie Wahl der Signalverarbeitung ab dem Netzanschlusspunkt
- Leistungsgrenzwerte auf 3,68 kW, 10 kW und 30 kW anpassen
FLEXIBLER NETZZUGANG
- Dauer des eingeschränkten Netzzugangs der Netzebenen auf 18, 12 und 6 Monate verkürzen
- Bei Erweiterungen nur auf die erweiterte netzwirksame Leistung anwenden
- Bei Verlängerungen die aktuelle Netzauslastung berücksichtigen
- Dynamische Steuerung ab 250 kW
zusätzliche Netztarife schaden der Wirtschaft
Im aktuellen Begutachtungsentwurf des ElWG werden zusätzlichen Netzentgelte von erneuerbaren Erzeugern gefordert. Durch diese soll der Netzausbau unterstützt werden – die Wirkung geht aber in die genau entgegengesetzte Richtung.
Unternehmen und Bürger*innen werden durch zusätzliche Netztarife nicht entlastet, sondern ein treibender Wirtschaftszweig geopfert!
Zusätzliche Netzentgelte verteuern die Strompreise, schwächen den Wirtschaftsstandort Österreich und verlangsamen den Ausbau Erneuerbarer. Darüber hinaus beteiligen sich erneuerbare Energieerzeuger bereits maßgeblich finanziell an die Netzinfrastruktur, die Windenergie hat in den letzten 15 Jahren knapp 800 Millionen Euro für den Netzausbau und Netzbetrieb bezahlt, die etwas jüngere Photovoltaik kommt in den letzten 6 Jahren auf knapp 200 Millionen Euro.
Um niedrige Strompreise, eine spürbare Entlastung der Verbraucher*innen und eine starke, wettbewerbsfähige Industrie zu erwirken sind vor allem zwei Schritte von großer Bedeutung:
- Finanzierung und Netzausbau mit Plan
- das ElWG wirken lassen