Forderungen zum Elektrizitätswirtschaftsgesetz
GÜNSTIGE ENERGIE DURCH ERNEUERBARE ENERGIE
Wir begrüßen die Begutachtung des ElWGs und sehen darin einen wichtigen Schritt in Richtung einer längst überfälligen finalen Veröffentlichung. Die letzten Schritte sollten daher nun rasch folgen.
Insbesondere zwei kritische Festlegungen wurden im Entwurf getroffen, die den weiteren Ausbau von Photovoltaik und Stromspeichern erheblich beeinflussen:
- eine Kappung von Einspeisespitzen bei neuen PV-Anlagen auf 60 % der Modulspitzenleistung
- Netzentgelte für PV-Anlagen und Stromspeicher wenn Strom eingepseist wird
Finden Sie nachfolgend unsere Änderungsvorschläge zu diesen kritischen Festlegungen und Verbesserungsvorschläge für die Themenbereiche Flexibler Netzzugang, Ansteuerbarkeit und Recht auf Einspeisung.
Nein zum Österreich-Aufschlag auf heimische Stromerzeugung
Einspeistarife für heimische Strom-Erzeugung, aber freie Fahrt für Atomstrom und Gasimporte? Dazu sagen wir ganz klar: NEIN!
Die geplanten Netz-Einspeisegebühren würden heimischen Strom verteuern und einen neuen Österreich-Aufschlag schaffen. Stattdessen braucht es eine faire Behandlung gegenüber ausländischen Importen von Kohle-, Gas- und Atomstrom.
Im letzten Winter hat Österreich nur für Stromimporte über 430 Millionen Euro ans Ausland bezahlt. Im gesamten Vorjahr waren es rund 14 Milliarden Euro für fossile Importe statt für heimische Unternehmen und Haushalte und eine sichere Energieversorgung.
Tausende Privatpersonen und hunderte Unternehmen laufen seit Jahren für eine sichere und heimische Stromerzeugung. Diesen Menschen der Erneuerbaren gebührt Respekt – abseits von fossilen Erzählungen, die nur weiter die Abhängigkeit verstärken und Sicherheit untergraben.
Teilen Sie unsere Position mit Entscheidungsträger*innen und Ihrem Umfeld, damit die Stimme der Branche gehört und gesehen wird! Alles, was Sie dafür brauchen, finden Sie im Media-Kit.
Unsere Forderungen zum ElWG
Wir begrüßen den neuen Entwurf des ElWG, fordern jedoch entscheidende Optimierungen in folgenden Punkten:
SPITZENKAPPUNG
- 70 % statt auf 60 %
- Modulspitzenleistung (kWp), nicht Wechselrichterleistung
- Ausnahme bei Flexiblen Netzzugängen, Hybridanlagen und Bestandsanlagen
NETZENTGELTE & SYSTEMDIENLICHKEIT
- Keine Netznutzungsentgelten für Einspeiser
- Doppelbelastung von Speichern aufheben
- Marktdienliches Verhalten als systemdienlich anerkennen
NETZPLANUNG UND EINSPEISERECHT
- Gebündelte Netzplanung der 110-kV-Ebene durch die APG
- Einspeiserecht: 100 % der Bezugsleistung für Anlagen < 20 kW
- Einspeiserecht: 70 % der Bezugsleistung für Anlagen > 20 kW
ANSTEUERBARKEIT
- Vorgabe der netzwirksamen Leistung am Netzanschlusspunkt ermöglichen
- Recht auf freie Wahl der Signalverarbeitung ab dem Netzanschlusspunkt
- Leistungsgrenzwerte auf 3,68 kW, 10 kW und 30 kW anpassen
FLEXIBLER NETZZUGANG
- Dauer des eingeschränkten Netzzugangs der Netzebenen auf 18, 12 und 6 Monate verkürzen
- Bei Erweiterungen nur auf die erweiterte netzwirksame Leistung anwenden
- Bei Verlängerungen die aktuelle Netzauslastung berücksichtigen
- Dynamische Steuerung ab 250 kW
zusätzliche Netztarife schaden der Wirtschaft
Im aktuellen Begutachtungsentwurf des ElWG werden zusätzlichen Netzentgelte von erneuerbaren Erzeugern gefordert. Durch diese soll der Netzausbau unterstützt werden – die Wirkung geht aber in die genau entgegengesetzte Richtung.
Unternehmen und Bürger*innen werden durch zusätzliche Netztarife nicht entlastet, sondern ein treibender Wirtschaftszweig geopfert!
Zusätzliche Netzentgelte verteuern die Strompreise, schwächen den Wirtschaftsstandort Österreich und verlangsamen den Ausbau Erneuerbarer. Darüber hinaus beteiligen sich erneuerbare Energieerzeuger bereits maßgeblich finanziell an die Netzinfrastruktur, die Windenergie hat in den letzten 15 Jahren knapp 800 Millionen Euro für den Netzausbau und Netzbetrieb bezahlt, die etwas jüngere Photovoltaik kommt in den letzten 6 Jahren auf knapp 200 Millionen Euro.
Um niedrige Strompreise, eine spürbare Entlastung der Verbraucher*innen und eine starke, wettbewerbsfähige Industrie zu erwirken sind vor allem zwei Schritte von großer Bedeutung:
- Finanzierung und Netzausbau mit Plan
- das ElWG wirken lassen
Unsere Aktivitäten und News zum Stromnetz
Hier finden Sie eine Auswahl der Pressereaktionen und unserer Aktivitäten in Bezug auf das Stromnetz.
Schmökern Sie auch in unseren aktuellen Pressespiegeln, um diese und weitere Artikel zu lesen.

PV&B Austria: Diskussion um Netztarife für Batterien fordert mehr Fakten
PV&B Austria übt scharfe Kritik an der derzeitigen Debatte über die künftige Ausgestaltung der Netztarife für Batteriespeicher. Während Stand-Alone-Batteriespeicher unter strengen Voraussetzungen von Netzentgelten befreit werden sollen, bleiben Batteriespeicher, die an Photovoltaik- oder Windkraftanlagen gekoppelt sind (Hybrid-Projekte), von dieser Begünstigung ausgeschlossen. Dabei könnten so langfristig Netzkosten in der Höhe von 15 Milliarden Euro eingespart und die Netzentgeltbelastung der Stromkund*innen gedämpft werden.

PV&B Austria: Noch 30 Tage, um Österreichs Stromnetzpläne fit für PV und Speicher zu machen
Den 16 größten Netzbetreibern Österreichs bleibt noch rund ein Monat, um ihre Verteilernetzentwicklungspläne zu einem brauchbaren Instrument für die Energiewende zu machen. PV&B Austria hat die kürzlich zur Begutachtung vorgelegten Entwürfe analysiert. Das Ergebnis: Noch fehlen wesentliche Informationen, damit die V-NEPs eine tatsächliche Planungsgrundlage für den weiteren Ausbau von PV und Batteriespeichern darstellen. PV&B Austria sieht vier konkrete Hebel, mit denen die Pläne bis zu ihrer Veröffentlichung Ende September deutlich an Wirkung gewinnen können. Mit dem ElWG sind die Verteilnetzbetreiber erstmals verpflichtet, entsprechende Ausbaupläne zu erstellen und zu veröffentlichen.

Hitzesommer deutlich im Stromsystem spürbar
Der Stromnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) hat am Dienstag auf den heißen und trockenen Sommer reagiert. Die Auswirkungen der „beispiellosen Wetterlage“ seien deutlich im Stromsystem spürbar gewesen und hätten untermauert, wie wichtig ein resilientes Energiesystem sei. Es müsse breit aufgestellt sein und über eine diversifizierte Energieversorgung verfügen, hieß es in einer Aussendung.

Negative Strompreise gibt es derzeit nicht
Im Mai herrschte noch Aufregung, weil der Überschuss bei Sonnenstrom die Börsenpreise speziell an Wochenenden ins Bodenlose fallen ließ. Hitze und Trockenheit haben das drastisch verändert.