Brandschutz­ bei PV und Batteriespeicher

brandschutztechnische Vorgaben

Das Wichtigste vorweg: PV-Anlagen brennen selten; zumeist aufgrund fehlerhafter Montage, denn die Technologie an sich ist sicher. Lassen Sie Ihre PV-Anlage daher stets von einem Profi installieren und achten Sie auf hochwertige Komponenten. Auch die regelmäßige Wartung der Anlage wird empfohlen. 

Zu den häufigsten Brandauslösern zählen Montage-, Installations- und Planungsfehler. Dazu gehören eine mangelhafte Verbindung der Leitungen, schlechtes Kabelmanagement, schlecht aufeinander abgestimmte Komponenten oder inkorrekte Wechselrichter-Strangbelegung, die zur Entstehung von seriellen und parallelen Störlichtbögen führen können. 

Darüber hinaus kann die Brandgefahr steigen, wenn PV-Module, Wechselrichter und andere elektrische Betriebsmittel Produktionsdefekte aufweisen oder aufgrund von externen Einflüssen wie z. B. UV-Strahlung, Witterung, Sturm, Hagel und Blitzschlag beschädigt werden. 

Erfahren Sie mehr in unserem Leitfaden zur korrekten Umsetzung brandschutztechnischer Vorgaben für Photovoltaikanlagen auf Dächern oder nutzen Sie unser Weiterbildungsangebot und bilden sich zum Thema Brandschutz weiter. 

Zu den häufigsten Brandauslösern zählen Montage- oder Planungsfehler, wie mangelhafte Verbindung der Leitungen oder schlechtes Kabelmanagement. Diese Fehler könnten durch mehr PV-Wissen leicht vermieden werden.

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Thomas Becker
Vorstandsmitglied von PV Austria und selbst als Gutachter für PV-Anlagen tätig

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Christian Bräuer
Bundesinnungsmeister für Elektrotechnik

Qualität hat in unserer Branche stets oberste Priorität. Dazu zählt auch das Vorbeugen von Bränden. Der Leitfaden bietet eine gute Zusammenfassung aller einzuhaltenden Regelwerke, damit wir Elektriker*innen weiterhin langfristig qualitativ hochwertige PV-Anlagen errichten und verlässliche Partner*innen bleiben.

Mit dem Leitfaden gelingt es einerseits die PV-Branche für das Brandschutzthema besser zu sensibilisieren sowie anderseits Fehler im Zuge der Planungs- und Montagephase bereits vorab zu vermeiden, womit wir am Ende die gewünschte hohe Anlagen-Qualität bekommen.

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Günther Schwabegger
Pressesprecher der BVS – Brandverhütungsstelle für Oberösterreich

Tipps zur Vermeidung von PV-Bränden

  • Professionelle Installation vom Fachunternehmen: Lassen Sie Ihre PV-Anlage von Fachleuten installieren. Ein PV-Profi kennt die geltenden Bauvorschriften sowie rechtlichen Vorgaben und sorgt für einen sicheren Anlagenbetrieb. Dank Mehrwertsteuer­befreiung für PV-Anlagen bis 35 Kilowattpeak (kWp) sparen Sie derzeit die 20%ige Mehrwertsteuer auf die Arbeitsleistung des Profis.
  • Hochwertige Komponenten wählen: Achten Sie auf qualitativ hochwertige PV-Komponenten mit CE-Kennzeichnung für eine lange und reibungslose Stromproduktion. 
  • Regelmäßige Wartung: Erkundigen Sie sich bei Ihrem PV-Profi über die Möglichkeit einen dauerhaften Wartungsvertrag abzuschließen. Denn dank regelmäßiger Wartung Ihrer Anlage können potenzielle Störquellen frühzeitig erkannt und rasch behoben werden. 
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Wenn es doch mal brennt

Im Brandfall steht die Sicherheit an erster Stelle. Bevor Sie die Feuerwehr unter 122 alarmieren, müssen alle Personen in Sicherheit gebracht werden. Wenn möglich, unterbrechen Sie die Stromversorgung. Vorsicht: Beachten Sie dabei unbedingt die Gefahr eines Stromschlags. Informieren Sie die Feuerwehr über die PV-Anlage, den Standort des Wechselrichters sowie ggf. den Standort des Batteriespeichers. Während Sie auf die Einsatzkräfte warten, halten Sie ausreichend Abstand zur Brandstelle. 

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Martin Mittnecker
Österreichischer Bundesfeuerwehrverband

Die Feuerwehr muss sich auf die Einhaltung aller Brandschutzvorgaben verlassen können, um im Falle eines Brandes einen sicheren Löscheinsatz für unsere Leute zu garantieren. Genau da kommt der Brandschutzleitfaden ins Spiel, mit dem es gelingt, allein schon durch korrekte Planung und Ausführung der PV-Anlage Brände an sich zu verhindern. Im Brandfall ist durch die Einhaltung aller Vorgaben auch die notwendige Sicherheit der Einsatzkräfte gewährleistet.

Leitfaden zum Brandschutz für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher 

Brandschutzvorgaben entwickeln sich laufend weiter – und damit auch die Anforderungen an Planung, Errichtung und Betrieb.

Der “Brandschutzleitfaden” wurde daher umfassend erweitert (2. Auflage: Stand August 2026) – unter anderem um die Inhalte der Technischen Richtlinien Vorbeugender Brandschutz “TRVB 162 N – Photovoltaik-Freiflächenanlagen” sowie der kürzlich veröffentlichten “TRVB 165 N – Batteriespeichersysteme”, die brandschutztechnische Anforderungen an Batteriespeicher ab 250 kWh im Freien und in Gebäuden enthält. Durch die Aufnahme dieser Richtlinien liegt der Branche ein umfassendes Informationswerk vor, das alle relevanten Bereiche des Brandschutzes bei PV-Anlagen und Batteriespeichern aller Größen und Arten abdeckt. 

Das Ziel des Leitfadens ist seit der letzten Ausgabe unverändert: Kompakte Informationen bereitstellen, um Sie bei der Einhaltung höchster Sicherheitsstandards und der Minimierung von Risiken zu unterstützen. Denn nur durch fachgerecht geplante, errichtete und regelmäßig überprüfte PV- und Batteriespeicheranlagen kann ein erfolgreicher und nachhaltiger Ausbau gewährleistet werden.

NEUE INHALTE IM ÜBERBLICK:

  • Inhalte der erstmals erschienenen “TRVB 162 N – Freiflächen-Photovoltaikanlagen”
  • Inhalte der kürzlich erschienenen “TRVB 165 N – Batteriespeichersysteme”
  • Neue Erkenntnisse aus Brandprüfungen bei PV-Fassaden und Foliendächern
  • Ergänzende Hinweise zu Batteriespeichern


Für Mitglieder von PV&B Austria ist der Erwerb des Leitfadens kostenfrei!
Infos zur Mitgliedschaft: www.pvbaustria.at/mitglied-werden

Kurse und Seminare

Sie können sich umfassendes Wissen zu Normen, Wartung und Brandschutz bei den Kursen in Kooperation mit der TÜV Austria Akademie aneignen.

Die TÜV-Kurse im Überblick:

PV-Vorschriftenlandschaft Tageskurs

Prüfung, Wartung und Dokumentation von Photovoltaiksystemen
Zwei-Tageskurs

Brandschutz bei Photovoltaik-Anlagen
Tageskurs

PODCAST Blaulichthelden

In Österreich sind bereits knapp 500.000 Photovoltaikanlagen ans Stromnetz angeschlossen – Tendenz stark steigend. Bis 2040 soll sich der aktuelle Anteil des PV-Stroms sogar verfünffachen. Doch was bedeutet das für die Einsatzkräfte? Wie gefährlich sind PV-Anlagen bei Bränden, Stürmen oder Hochwasser? Droht Stromschlaggefahr beim Löschen? Und wie lassen sich solche Anlagen sicher betreiben?

Martin Swoboda ist gerichtlich beeideter Sachverständiger und leitet Ausbildungen für die TÜV Austria Akademie sowie die Feuerwehr rund um Brandschutz. In Folge #86 des Blaulichthelden-Podcasts gibt er mit Tahrin Alam vom Bundesverband Photovoltaic Austria, Fachexpertin für PV und Batteriespeicher, einen kompakten „Schnellkurs“ für alle, die im Ernstfall vorbereitet sein wollen.

Blaulichthelden Folge 86 Cover 1.1 beide | Photovoltaic & Battery Österreich

Forschungsbericht der MA 39: Brandverhalten von Glas-Glas-Modulen an Fassaden

Im Rahmen der Wiener Sonnenstrom-Offensive soll bis 2030 rund 10 % des Wiener Strombedarfs durch Sonnenenergie gedeckt werden. Ein Beitrag dazu könnte die Nutzung von Photovoltaik(PV)-Modulen an Fassaden leisten, da diese kaum Bodenfläche beanspruchen und nicht auf maximale Sonneneinstrahlung zu Mittag angewiesen sind.

Allerdings ist der Einsatz solcher Anlagen an Hochhäusern mit einem Fluchtniveau über 32 m laut OIB-Richtlinie 2.3 aufgrund brandschutztechnischer Anforderungen derzeit nicht zulässig – insbesondere wegen der in PV-Modulen enthaltenen Kunststofffolien, die keine Brandverhaltensklasse A2 erreichen.

Um mögliche Lösungen dennoch zu prüfen, initiierte die Magistratsabteilung 39 das Forschungsprojekt „Brandverhalten von Glas-Glas-Photovoltaik (PV)-Modulen in neu entwickelten großmaßstäblichen Fassadenbrandversuchen“. Ziel war die Entwicklung eines Prüfverfahrens für Glas-Glas-PV-Module, das realistische Brandbedingungen – basierend auf einem Wohnraumbrand mit 40 m² Fläche – abbildet. Grundlage bildete die ÖNORM B 3800-5, angepasst durch großmaßstäbliche Vorversuche zur Temperaturverteilung bei einem Brand mit automatischer Löschanlage.

Die entwickelte Prüfanordnung umfasste u. a. eine Holzkrippe als Brandlast, Isopropanol zur Zündung und einen Lüfter zur Luftzufuhr. Darauf basierend wurden zwei Realbrandversuche durchgeführt. Die daraus abgeleiteten Prüfbedingungen wurden auf Glas-Glas-PV-Module angewendet. Dabei zeigten die Module der Brandverhaltensklasse B in einem vorgehängten hinterlüfteten Fassadensystem keine Brandweiterleitung oder das Abfallen großer Teile – ein positives Ergebnis im Hinblick auf mögliche künftige Lösungen für PV-Fassaden an Hochhäusern.