Ein gigantischer Ausbau an Batteriespeichern soll die Energiekosten in Österreich senken, wünscht die Politik. Investoren wittern ein Riesengeschäft und drängen auf den Markt. Ihr Traum könnte platzen, bevor er begonnen hat.
Wien. Dieser Sommer bringt nicht nur Hitzerekorde ins Wanken, er liefert Österreich auch Rekordmengen an Solarstrom. Hunderttausende Photovoltaikanlagen laufen zu Mittag auf Hochtouren – und erzeugen massenhaft Strom, den dann niemand brauchen kann. Die Folge sind Preise unter der Nulllinie und Stromnetze in Bedrängnis. Ein großer Batterie Boom solle helfen, das Dilemma zu lösen, versprach die Regierung vor wenigen Monaten. Doch wie „Die Presse“ erfahren hat, könnte jetzt doch alles ganz anders kommen. „Viele Sommer wie heuer sollte es nicht mehr geben“, sagt Herbert Paierl. Der Überschuss an Sonnenstrom belaste nicht nur das System, sondern auch die Branche selbst, warnt der ehemalige steirische Wirtschaftslandesrat und langjährige Solar-Investor. Er hält den Bau von Speichern für eine „absolute Überlebensfrage“, weil nur so die volatile Erzeugung der Erneuerbaren besser über den Tag erteilt werden kann.